2011 – Schuld und Söhne

von und mit den Hengstmanns

 

Buch: Frank, Sebastian und Tobias Hengstmann

Regie: Bernd Kurt Goetz

Premiere: 3.03.2011 „…nach Hengstmanns“

Was Söhne sind, weiß man im Allgemeinen. Was Schuld ist, weiß nur der, dem man Selbige stichhaltig nachweisen kann. Und wenn man sich dann trotzdem noch unschuldig fühlt, ist es meistens die eigene Schuld oder eben die der Anderen. Aber eines weiß man auch: Beides, also Schuld und Söhne muß man sich hart erarbeiten. Man hat nicht einfach nur Schuld und man hat nicht einfach so Söhne. Existenz von Söhnen setzt immerhin eine zweigeschlechtliche, kurzzeitige, doch auch mitunter, oder über erregende körperliche Aktivität voraus. Nach fünf Minuten exessiver, glücklicher Aktivität folgen oft 18 Jahre, welche nur am Rande Silberpfeile auf der Schießscheibe des Lebens setzen. Man ist oft schon froh, wenn es eine Fahrkarte ins Leben für die Söhne bedeutet. Bei der Schuld sieht das Ganze schon etwas anders aus. Schuld ist immer relativ.

Sind Einstein und Marie Curie Schuld an der Atombombe? Ist der Erfinder der Braunschen Röhre Schuld an der Verblödung der Menschheit? Ist Conrad Zuse verantwortlich, dass die Welt zu einem globalen Dorf mutiert? Lernte man einst in Mathematik: Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist immer die Gerade, so wußte man im Leben diesen Leitsatz zu relativieren und wie folgt auszulegen: Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist immer die krumme Tour! Und wenn dann auch noch Söhne, die gereift, dich dann fragen, warum man sich krumm gemacht hat, hat man eben zwei Probleme: Schuld und Söhne!