2009 – Ein Dummer, zwei Gedanken

von und mit Frank Hengstmann

 

Buch: Frank, Sebastian und Tobias Hengstmann

Regie: Hengstmanns

Premiere: 16.09.2009 „…nach Hengstmanns“

Die Gedanken sind frei. Frei von jeglicher Verklärung.  So sollten Gedanken jedenfalls sein. Anno 2009, im Oktober, jährt sich, wenn es sie noch gäbe, der 60. Jahrestag der DDR. Auf dem Globus, aus den Atlanten und Navigationssystemen ist sie per Einigungsvertrag und nach dem Beitritt nach Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr existent. Und in den Gedanken? Die einen danken im Gedanken denen, die nicht unfreiwillig abgedankt haben. Die anderen danken im Gedenken derer, über die man sich Gedanken machen sollte, auf Transparenten zu den wieder – allerdings mit minimalistischer Beteiligung- auferstandenen Montags-Demos. Zitat: „Danke Erich, dass Du uns 40 Jahre vor dem Westen beschützt hast!“ Die Gedanken sind eben frei.  Wenn aber zwei Gedanken in einen geistig-moralischen Wettstreit treten, ist der, der dieses mentale Ranking zu Ende bringen – also durchdenken muss – der Dumme. Der eine Gedanke materialisiert sich in der oft  larmoryant-ostalgisch zitierten Aussage: „Es war nicht alles schlecht!“ Der andere Gedanke wiederum in einer propagandistisch-oktrinösen Worthülse wie: „Keinem wird es schlechter gehen!“  Aber wie soll es keinem schlechter gehen können, wenn doch alles gar nicht schlecht war? Es ist wohl doch ein gedanklicher Unterschied zwischen real-existierendem und gefühltem Leben. Wie gehen diese beiden Gedanken zusammen? Ein Dummer, zwei Gedanken eben.